Repentance


Die Männer nutzen das bereits aufgeschlagene Lager um die Rast einzulegen, die sie dringend nötig hatten, sie setzten sich an das prasselnde Feuer und empfingen die wohlige Wärme, zehrten von ihrem Proviant und erzählten sich wie so oft Geschichten von vergangenen Abenteuern.

Rodhan aber war versunken in seinen Gedanken. Versunken in seiner Vergangenheit.


Versunken in einem tiefen Abgrund, aus dem er dem er schon lange versuchte zu klettern, doch welcher tiefer wurde je höher er zu klettern versuchte.

Einst war er Ehemann und Vater gewesen, er hatte eine wunderschöne Frau und eine eben so liebenswerte Tochter, die ihm alles bedeuten, doch in seinem Leben dennoch zu kurz kamen.
Dies wurde ihm aber erst bewusst als es zu spät war, denn beide starben während eines Überfalls auf ihr Dorf und er war nicht da um sie zu beschützen.

Er war bei seiner Pflicht, bei den Kreuzzügen im Westen viele Jahre unterwegs.


Als er wiederkehrte voller Freude und Sehnsucht sie wieder in seinen Armen zu schließen war das Dorf, in dem sie lebten schon lange nicht mehr und nicht einmal die Rache blieb ihm vergönnt denn die Banditen die im Süden ihr unwesen trieben wurden gefasst und für ihre Verbrechen bereits gehängt.

So blieb in dem tapferen Ritter nur die Frage "Was wäre, wenn..?" was wäre wenn er da geblieben wäre um zu beschützen und nicht gegangen, um zu zerstören ?

Das Medaillion, das er nun in den Händen hielt zeigte ihm nun wie er doch selbst zu soviel Leid beiträgt und das jede Medaille zwei Seiten hat, denn wieviele Witwen hatte er inzwischen zu verantworten und wieviele Menschen trugen wegen ihm das gleiche emotionale Loch in sich?


Er hatte in diesem Moment einen Entschluss gefasst:
Nie wieder würde er töten um nicht zu beschützen.
Nie wieder würde er zerstören auf fremdes Geheiß.
Von nun an würde sein Gewissen sein Kodex sein, kein Gesetz und kein Banner.
Er würde seinen Eid brechen und von nun an nurnoch sich selbst dienen.

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© 2020 by Leonard Kemenani, Germany